
DeutschlandKlessin
Im Rahmen der Kriegsgräbersuche unserer 20. Grabungsaktion in Klessin im April 2026 arbeitete eine Gruppe unseres Vereins erneut im westlich des ehemaligen Stützpunktes Klessin gelegene deutsche Stellungssystem, das bereits in einer Grabungsmaßnahme aus dem Jahr 2017 als „Kurmark-Stellung“ bezeichnet wurde. Das Stellungssystem bestand aus mehreren Lauf- und Verbindungsgräben, Maschinengewehrstellungen sowie erdüberdeckten Unterständen („Erdbunker“). Bereits 2014 und 2017 wurde ein Teil dieses Sellungssystems durch den VBGO auf der Suche nach Kriegstoten untersucht. Ein bisher ungeöffneter Erdbunker dieses Stellungssystems war der Hauptarbeitsbereich der Suchgruppe unseres Vereins für diesen Einsatz. Am 10. März 1945 begann die Rote Armee nach einer umfangreichen Artillerievorbereitung ihren Angriff auf die deutschen Stellungen im Raum Klessin, Wuhden und Podelzig. Dem Angriff ging ein mehrstündiges schweres Trommelfeuer voraus. Die deutschen Stellungen westlich und südwestlich von Klessin lagen unmittelbar im Wirkungsbereich dieses Artilleriefeuers. Bei der Öffnung des Unterstandes wurden die Gebeine von vier deutschen Soldaten festgestellt und geborgen. Drei der Gefallenen konnten anhand der aufgefundenen Erkennungsmarken als Angehörige der 7. Kompanie des Fahnenjunker-Grenadier- Regiments 1242 identifiziert werden. In Verbindung mit den Erkennungsmarken, den vorliegenden Verlustmeldungen und den Aussagen von Zeitzeugen ergibt sich eine zeitlich und räumlich schlüssige Einordnung des Befundes. Der Unterstand wurde während des schweren sowjetischen Artilleriebeschusses am 10. März 1945 zerstört. Die zu diesem Zeitpunkt im Unterstand befindlichen deutschen Soldaten kamen dabei ums Leben. Durch den Fund der Erkennungsmarken können somit erneut die Schicksale von drei Kriegsvermissten geklärt werden. Wir danken allen Behörden und Ämtern für ihre umfangreiche Unterstützung bei dieser Grabungsaktion.
08.04.2026 - 12.04.2026
Geborgene Soldaten: 4
Deutsche Soldaten: 4
Erkennungsmarken: 3

Über 80 Jahren nach Beendigung der Kampfhandlungen ist das Auffinden der ehemaligen Kampfstellungen nur mit viel Ruhe und Sorgfalt möglich.